Diagnosen
Belleza

Das Wort Belleza [gesprochen wie bey-essa] kommt aus dem Spanischen und bedeutet Schönheit. Und das beschreibt Patienten, mit dieser Mutation auch recht treffend; sie scheinen ein makelloses Äußeres zu haben, als hätte man ihr Genmaterial verändert, um einen perfekt aussehenden Menschen zu designen.
Sie haben eine fast bannende Wirkung auf all jene, die sie ansehen. Je nach Ausprägung der Mutation variiert diese Wirkung, doch generell werden Patienten mit Belleza vergöttert, objektifiziert oder gehasst, was ihnen, trotz ihrer übermenschlichen Schönheit, ein recht abgesondertes Dasein beschert. Dieser Bann wirkt nicht bei Patienten mit der selben Diagnose oder bei Familienmitgliedern, egal ob oder mit welcher Mutation.

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Die Schönheit der Patienten mit relativ geringer Ausgeprägtheit ist beeindruckend, faszinierend und einschüchternd. Die Patienten sehen, unabhängig von Schönheitsstandards, überdurchschnittlich attraktiv aus, jedoch nicht mehr als beliebte Schauspieler, Models oder Sänger.

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Die meisten normalen Menschen sind unfähig, Patienten mit mittlerer bis starker Ausgeprägtheit als ebenbürtig anzusehen. Die Reaktionen auf die Schönheit dieser Individuen variiert von Betrachter zu Betrachter, doch sie reichen von Betörung und Vergötterung zu Neid und Hass. Sie werden nur selten als Personen behandelt, sondern stattdessen als Über- oder manchmal auch Unter-Menschen.

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Patienten mit einer sehr ausgeprägten Belleza-Mutation fristen ein sehr einsames Dasein. Kaum jemand ist fähig, es lange mit ihnen in einem Raum auszuhalten, geschweige denn sie anzusehen oder gar sich mit ihnen zu unterhalten.

S C H L A F R Ä U M E
Trakt A

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Patienten mit Belleza

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Holloway Syndrome

Das Holloway-Syndrom, benannt nach dem Wissenschaftler, der die Mutation als erstes in seinem eigenen Sohn entdeckte, ist eine Mutation der Zellen, die den Stoffwechsel um ein bis zu einhundertfaches verschnellern, und das Immunsystem so stark macht, dass es nahezu allem gefeit ist. Patienten mit diesem Syndrom sind gegen einen großen Teil der bisher bekannten Infektionskrankheiten resistent, und Wunden und Brüche heilen innerhalb weniger Stunden oder Tage. 
Deshalb sind Patienten mit dem Holloway-Syndrom auch die Versuchspersonen für die mitunter härtesten Tests und Experimente. Im Namen der Wissenschaft und der Medizin werden ihnen von klein auf Wunden und Brüche zugefügt und Viren und andere Erreger injiziert, was bei vielen zu Traumata führt.

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Patienten mit geringer Ausgeprägtheit heilen zwar deutlich schneller als andere Menschen, aber trotzdem ist z.B. eine Schramme erst nach einem Tag verschwunden. Sie sind außerdem anfällig für Infektionen, die stärker als eine Grippe sind, z.B. eine Lungenentzündung, sie kurieren diese jedoch ebenfalls in nur wenigen Tagen aus.

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Bei mittlerer bis starker Ausprägung heilen tiefere Wunden und Brüche in wenigen Stunden, bei kleineren oberflächlichen Wunden und Schnitten ist nach ein paar Tagen keine Narbe mehr zu sehen. Selbst bei sonst lebensgefährlichen Verletzungen ist die Wahrscheinlichkeit groß, dass ihr Körper sich regenerieren kann. Sie infizieren sich so gut wie nie mit irgendwelchen Krankheiten.

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Patienten mit stark bis sehr stark ausgeprägtem Holloway-Syndrom sind nahezu unverwundbar. Oberflächliche Wunden heilen in Sekundenschnelle, und auch Brüche müssen so schnell wie möglich gerichtet werden, damit sich das Gewebe innerhalb von Minuten korrekt wieder zusammenknüpfen kann. Es bleiben keine Narben übrig. Diesen Patienten können sogar, wenn nötig, lebenswichtige Organe teilweise bis komplett nachwachsen. 

S C H L A F R Ä U M E
Trakt B

Patienten mit Holloway Syndrome


Herculean Musculosis

Patienten mit Herculean Musculosis, auch kurz Herculeans genannt, haben ein unnormal schnelles und dichtes Muskelwachstum, das darüber hinausgeht, was selbst Leistungssportler erreichen können. Es macht sie sehr viel stärker und schneller als andere Menschen. Da ihre Reflexe und Erfahrung jedoch nicht mit ihren Muskeln wachsen, müssen sie intensives Training absolvieren, um ihre Kraft kontrollieren zu können und nicht versehentlich Dinge zu zerstören oder andere zu verletzen. Im Durchschnitt schaffen Patienten es in etwa fünf Jahren, ihre Kraft genügend unter Kontrolle zu bekommen, das tägliche Training ist jedoch bis zur elften Klasse Pflicht und auch danach sehr empfolen.

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Patienten mit gering ausgeprägter Herculean Musculosis sind untrainiert etwa genau so stark und schnell wie trainierte Olympiasportler, was jedoch nicht bedeutet, dass sie die gleiche Agilität und Technik haben wie diese. Nur mit richtigem Training können sie dies erlangen, und potenziell stärker werden.

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Stark ausgeprägte Herculean Musculosis kann gefährlich für die Patienten selbst und ihre Mitmenschen werden. Da die Patienten stärker sind als jeder andere Mensch bisher, diese Kraft jedoch nicht abstellen können, müssen sie intensives Sensibilisierungstraining absolvieren, damit sie ihre fragile Umwelt nicht versehentlich zerstören.

S C H L A F R Ä U M E
Trakt C

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Patienten mit Herculean Musculosis

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Irregular Evolvement

Menschen, die Irregular Evolvement aufweisen, haben einen körperlichen Alterungsprozess, der sich von der normalen zu erwartenden menschlichen Entwicklung unterscheidet. Es wurde noch kein nachvollziehbares Muster entdeckt, denn die Körper der Patienten altern scheinbar willkürlich entweder langsamer oder schneller als normal. Die geistige Entwicklung bleibt dabei jedoch dem Alter entsprechend. Körperliche Fähigkeiten wie Motorik und Koordination entwickeln sich dem Körper entsprechend.

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Bei geringer Ausprägung ist die Entwicklung nur ein paar Jahre voraus oder hinterher, normalerweise entwickelt sich dies phasenartig in frühen Jahren, und später bleibt die Entwicklung konstant in einem normalen Tempo. Deshalb ist es mit dem Alter nicht mehr groß zu bemerken, dass die Person ein wenig älter oder jünger auszusehen scheint. Patienten mit geringer Ausprägung, die eine verlangsamte Entwicklung aufweisen, dürfen normalerweise trotz ihres Aussehens den Unterricht mit anderen Patienten ihres eigenen Alters besuchen.

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Patienten mit mittlerem bis stark ausgeprägtem Irregular Evolvement sehen nie so alt aus, wie sie wirklich sind. Obwohl der Alterungsprozess stark verlangsamt oder verschnellert beginnt, pendelt er sich nach einigen Jahren ein, und wird ebenfalls konstant, jedoch noch immer merklich schneller oder langsamer als normal, weshalb sie nie die Alterungsgeschwindigkeit ihrer Mitmenschen erreichen werden.

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Nur wenige Patienten weisen Irregular Evolvement in einer sehr starken Ausprägung auf. Bei denen, die es tun, verschnellert oder verlangsamt sich der Alterungsprozess exponentiell, das heißt je älter sie werden, desto schneller oder langsamer altern sie, anstatt nach einer festen Rate. Das bedeutet, dass sie entweder in der Spanne von etwa 25 Jahren an Altersschwäche sterben, oder irgendwann komplett aufhören, zu altern.

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Trakt D

Patienten mit Irregular Evolvement

Anasomnia

Der Mensch braucht jede Nacht etwa sieben bis neun Stunden Schlaf, um ausreichend ausgeruht zu sein, Kinder und Jugendliche sogar mehr. Patienten mit Anasomnia hingegen brauchen allerhöchstens vier, die jedoch dadurch sehr viel intensiver sind, weil die verschiedenen Schlafphasen kondensiert und konzentriert werden. Im Vergleich zu den anderen Mutationen ist diese eher harmlos, und die Patienten müssen nur wenige Tests über sich ergehen lassen. Außerdem sind sie diejenigen, die am meisten Freizeit haben, weshalb sie zahllose Zusatzkurse und andere Aktivitäten wählen können, die zusätzlich zum Unterrichts- und Hausaufgabenmaterial ihren Tag füllen.

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Geringe bis mittlere Ausprägung von Anasomnia führt dazu, dass die Betroffenen nicht mehr als zwei bis vier Stunden Schlaf benötigen. Sie sind, nach einem bemerkenswert tiefen, kurzen Schlaf genau so ausgeruht und energiegeladen wie jeder andere Mensch, der ausgeschlafen hat, was ihnen den Tag sehr verlängert, da sie über zwanzig Stunden davon nutzen können. Bei starker Auspägung ist der Körper bereits nach anderthalb Stunden komplett ausgeruht und funktionsfähig.

S C H L A F R Ä U M E
Trakt E

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Patienten mit Anasomnia

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Steelskin Syndrome

Das Steelskin Syndrome verleiht nicht, wie der Name vielleicht vermuten lassen würde, eine Haut aus Stahl, denn Patienten mit dieser Mutation sind bei weitem nicht unverwundbar. Stattdessen sind ihre Nervenenden auf eine Weise verknüpft, dass sie kaum Schmerzen verspüren. Gemeinsam mit Trägern des Holloway Syndrome sind sie deshalb diejenigen, die sich in den Laboren des Sanctuary den mitunter grausamsten physischen Tests und Experimenten unterziehen müssen. Jedem Patient mit Steelskin Syndrome über zehn Jahren wurde bereits eine Wunde zugefügt, manchen öfter, früher oder heftiger als anderen. Sie werden zwar direkt medizinisch umsorgt, und spüren den Schmerz kaum, doch die Narben bleiben. Auch emotionaler Schmerz ist davon ausgeschlossen. 

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Eine geringe Ausprägung fühlt sich an, wie eine örtliche Narkose, beispielsweise wie die, die ein Zahnarzt beim Zähneziehen gibt, nur das al gesamten Körper. Man spürt zwar den Druck der Berührung, hört und sieht alles, was geschieht, und doch verspürt man keinen Schmerz. Manche spüren nicht einmal nichts, sondern stattdessen ein leichtes Kitzeln, das eher angenehm ist. 

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Viele Patienten mit mittlerer bis starker Ausprägung des Steelskin Syndroms haben Haut, die nicht sehr sensibel ist und demnach mehr als nur Schmerz nicht verspüren können. Leichte Berührungen, wie zum Beispiel die des Windes, und leichten Druck, wie das Gewicht eines Buches auf ihrem Bein, können sie ebensowenig spüren wie jeglichen physischen Schmerz, der ihnen zugefügt werden könnte. 

S C H L A F R Ä U M E
Trakt F

Patienten mit Steelskin Syndrome



Hypersensory Syndrome

Alle Sinne — Geschmack, Tastsinn, Gehör, Geruch und Sicht — sind bei Menschen mit Hypersensory Syndrome geschärft. Sie können Details aus weiter Entfernung erkennen, subtile Nuancen und Unterschiede bemerken und bekommen alles mit, was in einem Raum geschieht. All das kann, vor allem bei stärkerer Ausprägung, sehr überwältigend sein. Damit die Patienten mit Hypersensory Syndrome in dem Trubel um sie herum ein wenig Ruhe bekommen können, sind ihre Schlafräume vor Licht und Schall geschützt. Einige von ihnen können nicht einmal den Unterricht besuchen, ohne vor Reizüberflutung einen Nervenzusammenbruch zu bekommen, weshalb Patienten ab 12, die es brauchen, sich morgens kleinen Elektroschocks unterziehen, die ihre Sinne trüben, was sie zwar lethargisch macht und auf Dauer Kopfschmerzen bereitet, es ihnen jedoch ermöglicht, den Unterricht zu besuchen.


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Bei relativ geringer bis mittlerer Ausgeprägtheit des Hypersensory Syndromes sind die Sinne der Betroffenen alle ein wenig geschärfter, als die von regulären Menschen. Allerdings ist die Verarbeitung dieser Eindrücke trotzdem recht aufwändig, weshalb viele ihre Ruhe sehr schätzen.

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Patienten mit sehr stark ausgeprägtem Hypersensory Syndrome schaffen es kaum, draußen in der richtigen Welt klar zu kommen. Die Überflutung der Reize im Alltag wird schnell zu viel zuertragen, weshalb die meisten Patienten sich hauptsächlich in den licht- und schallgeschützten Schlafräumen aufhalten. Um dem Unterricht beizuwohnen können sie, wenn sie es wünschen und ein Arzt das OK gibt, Elektroschocks bekommen, die die Sinne temporär abstumpfen und alles ein wenig ertragbarer machen.

S C H L A F R Ä U M E
Trakt G

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Patienten mit Hypersensory Syndrome

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Thymopathy

Patienten mit Thymopathy fehlt die Fähigkeit eine, selten mehrere, menschliche Emotion zu verspüren, was von kleinen, eher spezifischen Empfindungen wie Frustration, Neid oder Schadenfreude bis hin zu fundamentalen, wichtigen Gefühlen wie Trauer, Empathie oder Angst reichen kann. In Situationen, die diese fehlende Emotion eigentlich auslösen würden, verspüren die Betroffenen entweder gar nichts, oder andere Emotionen nehmen ihre Stelle ein.


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Die Ausgeprägtheit bei Patienten mit Thymopathy ist immer gleich: Das entsprechende Gefühl fehlt komplett. Allerdings wird die Ausgeprägheits-Skala übertragen auf den Stellenwert der fehlenden Emotion. Wenn das fehlende Gefühl recht unwichtig ist, und auch von Menschen, die nicht von Thymopathy betroffen sind, eher selten verspürt wird, wird die Mutation als gering ausgeprägt interpretiert. Das könnte zum Beispiel Schadenfreude, Überraschung oder Langeweile sein. Je ausgeprägter die Mutation, desto entscheidender ist die Emotion. Bei mittlerer Ausgeprägtheit fehlen dem Patienten also so Emotionen wie Neid, Ekel oder Reue, und bei starker Ausgeprägtheit können so essentielle Gefühle wie Angst, Wut oder Trauer fehlen.

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Trakt H

Patienten mit Thymopathy


Cerebral Enhancement

Die Gehirne der Patienten mit Cerebral Enhancement sind so gewunden, dass Information auf eine andere, sehr viel schnellere und effizientere Weise aufgenommen werden kann. Betroffene haben ein so gut wie perfektes Gedächtnis, eine blitzschnelle Auffassungsgabe, durchschauen in kürzester Zeit komplexe Konzepte, Formeln und Rätsel, und finden öfter als nicht die Lösungen für lösbare Probleme. Doch die unlösbaren Probleme bereiten ihnen meist Kopfschmerzen – ihr Verstand kann nicht aufhören, sich Fragen wie die des Sinns der Dinge zu stellen. Je stärker Cerebral Enhancement ausgeprägt ist, desto mehr neigen die Betroffenen zu Wahnsinn, und somit sind die brilliantesten unter ihnen auch diejenigen, die kaum eine klare Minute haben.

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Patienten mit gering ausgeprägtem Cerebral Enhancement sind zwar in ihrem Schlaftrakt die unintelligentesten, dafür sind sie jedoch diejenigen, die am wenigsten anfällig für Wahnsinn sind. Sie sind schnelle Lerner, haben ein unfehlbares Gedächtnis und eine Gabe für Logik und schnelles Denken, allerdings fällt es ihnen noch am leichtesten, den Bezug zur Realität zu behalten.

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Je stärker Cerebral Enhancement bei den Patienten ausgeprägt ist, desto schneller funktioniert ihr Verstand. Es reicht, etwas nur anzusehen um es zu lernen, zu verstehen, zu wissen. Doch das menschliche Bewusstsein ist auf diese Denkkapazitäten nicht eingestellt... Wenn sich die Patienten alle Gedanken über irdische Probleme haben machen können, beginnen sie, an unlösbaren Fragen zu arbeiten, was sie mit der Zeit den Verstand verlieren lässt. Patienten mit stark ausgeprägtem Cerebral Enhancement sind selten so weit zurechnungsfähig, dass man sich normal mit ihnen unterhalten könnte, und Leben eher in ihrer Welt. 

S C H L A F R Ä U M E
Trakt I

 

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Patienten mit Cerebral Enhancement


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Mindreading Syndrome

Das Mindreading Syndrome schenkt den Betroffenen nicht wortwörtlich die Fähigkeit, Gedanken zu lesen – stattdessen wurde es nach der hohen emotionalen Intelligenz, die sie zu haben scheinen, benannt. Patienten mit Mindreading Syndrome lernen, von Geburt an, Menschen auf eine ganz andere Weise zu lesen, als es beispielsweise Menschen mit Cerebral Enhancement könnten. Was Psychoanalytiker Jahre an Übung braucht, tun Menschen mit Mindreading Snydrome, ohne es wirklich beeinflussen zu können; sie können sämtliche Mimiken und Gesten ihres Gegenübers lesen wie ein offenes Buch, und daraus meist die Wahrheit über deren Gefühlslage und Intentionen deuten. Sie können natürlich nicht immer genau das sagen, was der andere denkt, immerhin sind sie keine richtigen Gedankenleser, aber sie wissen sofort, wenn ihr Gegenüber etwas zu sagen hat, und mit welcher Gefühlslage diese Antwort verbunden ist. Das macht es nahezu unmöglich, sie anzulügen, zu überraschen oder Dinge vor ihnen zu verbergen. Was als vielleicht recht nützliche Fähigkeit bezeichnet werden könnte, lässt sich jedoch nicht abstellen, was für viele Betroffene eher erschöpfend ist als erleuchtend. Sie werden oft von den anderen Patienten gemieden, und wenn dann doch jemand mit ihnen redet, können sie nicht anders, als das Misstrauen zu spüren zu bekommen.

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Bei geringer Ausprägung hält sich die Fähigkeit, andere zu lesen, noch in Grenzen. Wenn der Gesprächspartner ein geübter Lügner ist, oder seine Emotionen gut maskiert, bekommt jemand mit leichtem Mindreading Syndrome nicht immer mit, was unter dessen Oberfläche vor geht, und die Sachen, die sie bemerken, lassen sich leicht ausblenden

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Patienten mit mittelhoher Ausprägung können problemlos andere Menschen lesen, von ihrer Mimik und Tonlage bis hin zu ihrer Körperhaltung und kleinsten Muskelzuckungen, sie wissen, was es zu bedeuten hat. Es ist schwer, irgendetwas vor ihnen zu verbergen, was ihnen selbst auch zu schaffen macht – immerhin will nicht jeder immer alles wissen.

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Es ist schwer, andere Menschen auszublenden, wenn man von stark ausgeprägtem Mindreading Syndrome betroffen ist. Jedes einzelne Detail wird sofort im Kopf übersetzt, oftmals wissen sie besser als die Person selber, wie sich diese fühlt. Diese Überflutung an Information ist selten angenehm, weder für den Patienten noch den Analysierten. 

S C H L A F R Ä U M E
Trakt J

 

Patienten mit Mindreading Syndrome