
vergeben
Marnin ist nicht dazu in der Lage, Glück zu empfinden. Egal in welchem Zusammenhang, er kann weder wirklich lächeln noch sich für andere freuen, wodurch es bei ihm natürlich auch an Empathie hapert, zumindest was Freude betrifft. Er leidet unglaublich darunter, weil er gern wissen würde, wie es sich anfühlt, glücklich zu sein, aber bisher sieht er keine Chance auf einen Ausweg.
+ ehrgeizig
+ höflich
- falsch
- zerbrechlich
- reserviert
Marnin hat unglaubliche Probleme damit, sich an den Charakter anzupassen, den er sich von sich selbst wünschen würde, denn er wäre gern stark und selbstbewusst und witzig, aber durch seine ein wenig pessimistische und negative sowie reservierte Art traut er sich nicht so recht, wirklich aus sich herauszutreten, sondern versteckt sich hinter einer Fassade aus Glück und Frohsinn - natürlich unecht.
Marnin wurde zwei Jahre nach dem Auftreten der merkwürdigen Mutationen in Mercy Hills geboren und schon als er noch ein Neugeborenes war, ahnte seine Mutter, dass etwas mit ihm nicht stimmte. Sie traute sich oft nicht, mit ihrem Sohn allein in einem Raum zu sein, vor allem da er auch bis zum frühen Kleinkindalter nie ein Lächeln gezeigt hatte, sondern immer nur mit leeren Augen seine Umgebung betrachtet und angestarrt hatte. So verbrachte Marnin also viel Zeit ganz allein, da sein Vater oft arbeiten war und seine Mutter sich vor ihm fürchtete. Als er langsam lernte, Sprache zu verstehen, belauschte er einmal seine Eltern bei einem Gespräch, er hatte eigentlich nicht schlafen können, und hatte nur Trost bei ihnen gesucht, als er seine Mutter erwähnen hörte, dass er ein „Kind des Teufels“ sei. Er wusste damals noch nicht, was das bedeutete, doch erinnert er sich auch heute noch oft an diese Worte. Sein Vater entschied daraufhin, dass das Serenity Sanctuary die einzige Lösung für die ganze Familie war, wie es Marnin dabei gehen würde, bedachte keiner der Eltern. So gaben sie ihn die Anstalt und verschwendeten keinen weiteren Gedanken an ihren Sohn.
Seit er also ungefähr drei Jahre alt war, lebte Marnin im Sanctuary und anfangs vermisste er seine Eltern auch noch furchtbar und träumte viel von ihnen. Jedoch wich dies bald dem Interesse an den Ausdrücken, die viele andere Kinder in der Anstalt zeigten und so begann Marnin damit, diese genauer zu beobachten und stellte fest, dass sie alle irgendwie manchmal etwas an sich hatten, was er nicht einordnen konnte in die Gefühlswelten, die er kannte. Es machte ihm nicht nur Angst, sondern er begann auch, sich selbst zu fragen, was denn wohl mit ihm nicht stimmen musste, oder ob etwas mit den anderen nicht stimmte. Als er dann so nach und nach begann, die Welt um sich herum besser und mehr zu verstehen, wurde ihm auch klar, was die anderen wohl empfinden mussten, wenn sie lächelten, lachten oder sich fröhlich im Arm hielten. Es musste etwas sein, das ihm fehlte: Freude.
Als er dies zu verstehen begann, war er gerade 9 Jahre alt und von diesem Zeitpunkt an wollte er auch so sein, wie die anderen. Er wollte nicht mehr herausstechen als der, der über keinen Witz lachte und der, der nur danebensaß und ratlos guckte, wenn jemand ein Geburtstagsgeschenk bekam, während er selbst seine Geschenke mit einer Ausdruckslosigkeit empfing, die sogar beunruhigend hätte sein können. Also fing er an, die Mimiken und Gesitken der anderen Patienten genauer zu beobachten, um sie zu observieren und sie schließlich imitieren zu können. Anfangs klappte dies nicht gut, das stundenlange, einsame Üben vor dem Spiegel stellte ihn nicht zufrieden und seine Gesichtszüge erinnerten ihn eher an gruselige Fratzen als an das Lächeln und Lachen, das er bei anderen gesehen hatte. Doch im Laufe der Zeit wurde es besser und als er sich einige Zeit später etwas mehr traute, aus sich herauszutreten und Leute zwar falsch, aber offen anzulächeln, reagierten viele positiv überrascht und gaben ihm Anerkennung. Dies erfüllte ihn stets mit Stolz, was für ihn am nächsten an das herankam, was er sich unter Glück vorstellte. Immerhin hatte er oft beobachtet, dass Leute lächelten oder sich freuten, wenn sie ein Lob bekamen und das adaptierte er dann auf seine eigenen Situationen und Empfindungen.
Bis heute sucht er jedoch trotzdem noch nach einer Möglichkeit, wirkliche Euphorie oder Freude zu empfinden, was ihn ab und zu durchaus auslaugt und die eine oder andere Träne kostet, aber ans Aufgeben denkt er gar nicht. Immer wieder übt er Lächeln und Lachen vor dem Spiegel und beobachtet sein Umfeld, um so nahe wie möglich an die wahre Glücksempfidung heranzukommen.