
vergeben
Im Vergleich zu den anderen Bewohnern seines Schlaftraktes ist August eher "dumm" — was ihn auch zu einem der wenigen Patienten mit Cerebral Enhancement macht, die nicht dem Wahnsinn verfallen sind. Da sein Gehirn 40% mehr als die normale Leistungen vollbringen kann, ist er sehr viel schneller im auffassen, lernen und kombinieren als andere Menschen. Außerdem sieht er die Menschheit und deren Existenz wie sie ist, als hätte er ein heraus gezoomtes Weltbild, was es ihm nicht möglich macht, sich auf die kleinen Dinge im Leben zu konzentrieren.
+ leidenschaftlich
+ philosophisch
+ beschützerisch
- verschlossen
- zynisch
- nihilistisch
Es wäre untertrieben zu sagen, dass August kein großer Fan von Menschen ist, aber es ist nicht so, dass er sich für besser hält als andere — er kann sich selbst, als Teil der Menschheit, einer verfluchten Spezies, auch nicht wirklich ausstehen. Er ist verschlossen und sarkastisch, was mit seinem Pessimismus gemischt schnell zu zynisch werden kann, aber wenn er aus welchem Grund auch immer jemanden wirklich kennenlernt, kann es schon dazu kommen, dass er ihn mag und als eine "Ausnahme" ansieht.
August Jonathan Boyce wurde am 01. August 1978 in Calgary, Alberta, Kanada geboren. Bereits als Kind war er äußerst still und in sich gekehrt, und zog Ruhe und Isolation jeglicher Art von sozialen Interaktion vor. Seine Schwester, anderthalb Jahre jünger als er, war immer die eizige, die ihn je aus seiner Abgeschiedenheit hervorlocken könnte. All dies ließ seine Eltern annehmen, dass er sich möglicherweise im Spektrum befände, auch wenn kein Arzt ihnen das bestätigen konnte. In der Tat war August wirklich nur ein außerordentlich besonderes Kind, mit Interessen, wie sie kein anderes Kind in seinem Alter hatte. So brachte er sich selbst Lesen und Schreiben auf drei verschiedenen Sprachen bei, bevor er vier Jahre alt geworden war. Mit seinen Eltern, Lucy und Richard Boyce, und seiner Schwester Ginger, lebte August in einem Einfamilienhaus am Rande der Stadt. Die Familie hatte eigentlich das perfekte Familienleben vor sich, als eines Tages zwei Gesandte vom Serenity Sanctuary vor ihrer Tür standen. Nach monatelangem Überzeugen von Seiten des Sanctuaries und zahlloser Ärzte, die alle keine bessere Lösung sahen, als die beiden Boyce-Kinder, die mit seltenen Mutationen diagnostiziert worden waren, dem Sanctuary anzuvertrauen, willigten Lucy und Richard ein. Der Hauptgrund dafür war, dass Richard urplötzlich an Krebs erkrankt war, und die Familie es sich nicht leisten konnte, sich um die beiden Kinder mit ganz besonderen Bedürfnissen zu kümmern, während sie um das Überleben ihres Vaters kämpften, und das Serenity Sanctuary war als Lösung direkt vor ihrer Nase. August und Ginger kamen also im Jahr 1981 in Mercy Hills an, und wurden in die Obhut des Serenity Sanctuary gegeben. Die beiden Kinder wurden in unterschiedliche Schlaftrakte eingeteilt, etwas, das dem jungen August ganz und gar nicht passte. Täglich verlangte er, dass seine Schwester bei ihm übernachte, er müsse sich doch um sie kümmern, und täglich wurde ihm von den Betreuern gesagt, dass Ginger in ihrem eigenen Schlafsaal bestens aufgehoben sei. August fasste kein Vertrauen zu den Betreuern, aber er sah mit der Zeit ein, dass sie Recht hatten. Es gab kaum jemand, dem August vertraute. Seine Mutation, die ihm erlaubte, schnellstens zu logischen Schlüssen zu kommen und Information geordnet und zügig zu verarbeiten und zu speichern, war zwar nicht so weit ausgeprägt, wie bei vielen anderen Patienten in seinem Schlafsaal, doch trotzdem beschäftigte er sich früh mit Fragen um den Sinn und das Wesen der Menschheit. Es ergab für ihn keinen Sinn, er fand das, was er beobachtete, sogar recht abstoßend, und so entwickelte sich eine tiefe Abneigung gegen Menschen und die Menschheit. Paradoxerweise fand er jedoch Kunst und Kultur, insbesondere Literatur, unheimlich faszinierend. Gerne flüchtete er sich in fiktive und abstrakte Welten, während er die richtige Welt zunehmends ausschloss. Es gab wenige Menschen, die er an sich ran ließ. Zum einen war da natürlich seine Schwester doch auch die meisten anderen Bewohner seines Schlaftrakts konnte er gut leiden. Da er einer der wenigen war, die noch halbwegs einen Bezug zur Realität hatten, passte er oft auf die anderen auf, die in ihrem Wahnsinn es selten schafften, allein im Alltag zurecht zu kommen. Denn trotz seiner fehlenden Hoffnung für die Menschheit und zynische Art, war er immer ein recht fürsorglicher Mensch. Um nicht allein mit seinen zerstörerischen Gedanken zu sein, nutzt August jede Gelegenheit, um sich abzulenken. Das schafft er am besten, indem er sein Gehirn mit Wissen voll stopft, oder Bücher liest und die Realität ganz ausblendet. Die meiste Zeit findet man ihn in der Bibliothek, doch wenn er nicht dort oder in seinem Zimmer ist, sitzt er meist in dem kleinen Stück Wald auf dem Grundstück des Sanctuary, wo er so tut, als wäre er allein in der Natur, fernab von der Gesellschaft und den anderen Menschen.